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Liebeskummer

Ein Ratgeber von unserer Schulpsychologin Ursula Frischkorn

Hilfe !!! – Wie ertrage und überwinde ich Liebeskummer ??

 

Bindung und Liebe zu anderen Menschen zu fühlen, ist eines der wichtigsten seelischen Grundbedürfnisse des Menschen. Wir kommen völlig hilflos auf die Welt und ohne Liebe und rund-um-die-Uhr- Zuwendung könnten wir gar nicht überleben. Das macht uns aber auch von Anbeginn des Lebens sehr empfindlich. Entweder haben wir ein sicheres Urvertrauen in uns entwickeln können, dann wollen wir diese wohlige Geborgenheit in der Liebe auch immer wieder erleben, oder wir hatten es vielleicht in der frühen Kindheit nicht so leicht mit unseren Bindungs-Menschen, dann sehnen wir uns sehr danach, dass es später in der „großen Liebe“ besser wird und wir von unseren tiefen inneren Traurigkeiten endlich erlöst werden. Immer ist es aber eine große Enttäuschung, Kränkung und Verzweiflung, wenn wir mit unseren Liebesgefühlen allein bleiben, wenn diese Liebe nicht erwidert wird oder wir nach einer Zeit der Zweisamkeit verlassen werden. Es gibt kaum einen größeren seelischen Schmerz, wir haben das Gefühl, das Herz wird uns aus dem Leib gerissen.

Was kann da helfen ?

Zunächst der Gedanke, unsere eigenen Liebesgefühle sind immer kostbar, sie sind ein eigener Schatz, auch wenn sie diesmal nicht auf Erwiderung treffen. Die Liebe ist groß und sie wird uns selbst nicht verloren gehen und sie wird sich neue Wege suchen, mit der Zeit, ganz von alleine. Außerdem tut es gut, sich an die anderen geliebten Menschen zu wenden, Familie, Freunde/Freundinnen, an alle anderen, die uns in unserem Leben trösten, die uns Zuwendung und Beachtung schenken, die da sind, auch in Krisenzeiten. Im Leben ist es wichtig, nicht alles auf eine einzige Karte zu setzen, die anderen mit ihrer „kleineren“ Liebe helfen uns gerade in solchen Kummerphasen sehr. Dann kann es helfen, sich in eigene Lebensprojekte zu stürzen, viel Arbeit, Bewegung und Sport, künstlerische Aktivitäten, also sehr anstrengendes und aktives Tun (nicht Betäubung wie Medienkonsum oder Computerspiele) können uns durchaus helfen, wieder unsere eigenen Stärken und Kräfte stärker zu spüren, wer wir sind (auch ohne den anderen), was wir können und wert sind. Manchmal kann auch Schreiben helfen, die Gedanken und Gefühle zu ordnen, nach dem Motto, „was ich dir noch sagen will“ - besser ist es, den Brief nicht abzuschicken. Er dient dazu, in der eigenen Seele aufzuräumen. Diese Gefühle gehören uns selbst und nicht mehr in die verlorene Liebesbeziehung Zuletzt, wer gar nicht weiter weiß, längere Zeit (über die Trauerphase hinaus) wahnsinnig leidet, der sollte sich professionelle Hilfe holen, dann hängt meistens mehr daran als nur dieser eine Liebeskummer.

 

Schulpsychologin Ursula Frischkorn