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Selbstversuch-Lehrerliebling

Sicherlich hat sich jeder von euch schon einmal bei einem Lehrer für eine gute Note besonders angestrengt oder einfach nur für einen guten Eindruck die “Drecksarbeit” für ihn gemacht. Doch wie fühlt sich das eigentlich an und wie reagiert das Umfeld, wenn ich mich einmal so richtig bei meinen Lehrern “einschleime”? Ich habe eine Woche lang den Selbstversuch gewagt….

Am Anfang verhielt ich mich eher dezent und steigerte mein “Einschleimen” dann immer mehr. Es war ab und zu sehr peinlich, aber so viel hat mir das nichts ausgemacht. Sollte das hier einer meiner Lehrer lesen, bitte nicht schlecht von mir denken! Ich bin auch so ganz nett☺ 

 

Tag 1:   Mo, den 23.10.17  

Am ersten Tag verhielt ich mich noch relativ unauffällig: ich habe alle meine aktuellen und ehemaligen Lehrer freundlich gegrüßt. Die meisten haben mich zurück gegrüßt, manche haben mich aber auch einfach nicht beachtet, so als wäre ich gar nicht da. Also ein großer Unterschied zu sonst war es nicht.

 

Tag 2:   Di, den 24.10.17

Heute war es sehr schwierig, den Selbstversuch durchzuführen, da wir zwei Stunden lang Deutsch-Schulaufgabe geschrieben haben und die letzte Stunde ausgefallen ist. Eigentlich war mein Tag so wie gestern und es hat sich nichts Besonderes ereignet.

 

Tag 3:    Mi, den 25.10.17

Heute habe ich mich bei den Lehrern so stark eingeschleimt, dass es die erste Person in Physik bemerkt hat. Als Herr Riedl sich über die Schrift eines Kollegen beschwerte, habe ich mit Rehäuglein angemerkt, dass seine Schrift die schönste der Welt sei; und alle Mitschüler brachen in Gelächter aus. 

In der Mittagspause habe ich gar nicht an den Selbstversuch gedacht, bis auf einmal Frau Westermayer vorbeigekommen ist und ich sie zu uns gebeten habe, um etwas über die Schulaufgabe zu erfahren. Entzückt von ihrer schönen Tasche habe ich gefragt, wo sie diese gekauft habe, die allerdings ihrer Meinung nach schon “uralt” sei und so hatten wir ein nettes kleines Gespräch.

 

Tag 4: Do, den 26.10.17

Heute hatten wir eine Doppelstunde Englisch bei Frau Fischer und ich bestand darauf, dass eine Person die Hausaufgabe mit meinem pinken Stift verbessert, doch keiner hat ihn gebraucht. Dann habe ich weiter weg sitzende Klassenkameraden gefragt und ein Junge nahm ihn tatsächlich. Als Frau Fischer dann einen Stift benötigte, wollte ich ihr den Stift geben, den ich gerade verliehen hatte. Doch da dies nicht möglich war, zückte ich meinen lila Stift und brüllte: „Sie können gerne meinen haben!“ Ich streckte ihn ihr zu, doch sie meinte nur: „Ich habe meinen wieder gefunden, aber danke“.„Ok, bitte“, antwortete ich enttäuscht. Gleich drei/vier Leute schrien, was für ein Schleimer ich doch sei. Ist das zu fassen?!?    

 

Tag 5: Fr, den 27.10.17

Heute war Feueralarm und die Lehrer waren ein bisschen durcheinander (vielleicht auch nur Einbildung). Bei meinem Chemie-Lehrer Herr Fritz , der auch für die Organisation des Feueralarms zuständig ist, habe ich mich auf eine besondere Weise eingeschleimt und ihn “Herr Fritzilein” genannt, was dazu führte, dass er mir den Spitznamen „Celinchen“ gab, was ich persönlich ziemlich amüsant finde. Jedenfalls habe ich, als alles vorbei war, Frau Westermayer gefragt:„Ich weiß ,wir kennen uns noch nicht so lange, aber ich finde sie als Lehrerin echt toll und wollte fragen, ob ich nicht ein Selfie mit Ihnen machen dürfte???“  Doch sie hat mich leider versetzt und meinte: “Vielleicht ein anderes Mal”. Darauf warte ich noch heute....

 

Alles in allem war es eine prägende Erfahrung; die Lehrer haben sich eigentlich gefreut, wobei meine Klasse mein Verhalten eher unpassend und übertrieben fand. Doch mal ganz ehrlich: ein bisschen mehr Freundlichkeit und Aufmerksamkeit im Schulalltag schadet keinem, oder?

 

Celina