· 

School Smash 3

SMASH A + B

Herr Leihers Blick jedoch huschte an den Personen vorbei und fixierte den Waffenhaufen. Ohne groß nachzudenken rannte er zu ihm, hob das nächstbeste Schwert auf, zog die Scheide ab und stellte sich wütend und mit erhobenem Schwert daneben. Alle anderen Lehrer waren perplex und starrten ihn nur mit offenen Mündern an. „Markus“, Frau Adidas war die erste, die diesen Moment verdaut hatte, „du kannst doch nicht…“ „Halt die Klappe, Christiane! Sie sind schuld, dass Ursula nicht mehr bei uns ist! Dafür werden sie bezahlen!“ Seine Stimme war kalt, rau und hart. So waren es die anderen nicht gewohnt. Sie hatten alle Angst und verstanden die Welt nicht mehr. Herr Hufschmied nahm seinen ganzen Mut zusammen und machte zwei Schritte auf Herrn Leiher zu. „Simon! Nein! Tu das nicht!“, hallte es von hinten. Es war Herr Kauz, der ihn besorgt ansah. Herrn Hufschmied interessierte das aber nicht und er ging langsam, aber sicher auf Herrn Leiher zu. „Markus”, sprach er mit sanfter Stimme, „wir können nichts für Ursulas Tod. Wir haben rein gar nichts gemacht. Wir wussten nicht einmal, dass sie tot ist, bist du es uns gesagt hast. Leg das Schwert hin, denn auch wenn du uns tötest, bringt dich das nicht weiter. Rache ist kein Weg zur Ruhe. Das Einzige, was du bewirkst, ist, dass du und dein Team mit unserem in einem Teufelskreis gefangen sein werdet. Und sich daraus zu befreien, ist 1000-mal schwieriger.“ Herr Kauz war so in Herrn Hufschmieds Rede versunken gewesen, dass er gar nicht bemerkt hatte, dass die anderen sich aus dem Staub gemacht hatten. Auch Herr Leiher war beeindruckt von Herrn Hufschmieds Sprachkunst, so dass er für einen Moment selbst nicht verstand, wieso er eine Waffe in den Händen hielt. Leider hatte er sich nach einer halben Minute wieder im Griff und bedrohte Herrn Hufschmied erneut. Dieser war in der Zwischenzeit schon beim Waffenhaufen angekommen und nahm sich auch ein Schwert zur Verteidigung. Er hatte aber kaum Zeit, den Schliff und den Glanz zu bewundern, denn Herr Leiher hielt das für eine Kriegserklärung und schlug auf ihn ein. Herr Hufschmied verteidigte sich souverän, doch der Klang der aufeinandertreffenden Schwerter erschütterte alle. Er klang so, als ob man mit Fingernägeln oder Kreide an der Tafel quietschte. 

 

DREHSTUHLMANN

Wunderschön! Endlich wird es ernst. Wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe! Ich wusste ja, dass in Herrn Hufschmied mehr als nur ein Mathe- und Physiklehrer steckt! Das ist doch wunderbar, dass Herr Leiher endlich einen würdigen Gegner bekommen hat. Und seht euch mal Herrn Kauz an, er ist hin und weg von der ganzen Situation. Ich würde meine letzten paar Haare verwetten, dass zwischen den beiden, also Herrn Kauz und Herrn Hufschmied, etwas läuft. Oh, eine Liebesgeschichte verflochten in einem Kampf. Das kommt mir bekannt vor. Euch etwa auch? Tribute von Panem? Ihr kennt das Buch nicht? BILDUNGSLÜCKE!!!! Bloß, dass das hier nicht Panem, sondern Germering ist. Dann sollten wir sie ab jetzt nicht mehr Lehrer, sondern Tribute nennen. Was meinen Sie, Dr. C.? „Ich meine, du sollst das Spiel kommentieren und mich nicht beim Zuschauen stören! Sonst endest du bald genauso wie die Loser da unten!“ Ups, das war aber mal eine Ansage! Klar und deutlich! Was mich aber auch sehr interessieren würde, ist, was die Angsthasen machen. Aufs Klo gehen? Oder sich gegenseitig umarmen und sagen: „Alles wird gut, mein Schnucki! Das ist nur ein böser Traum!“ Also: Film ab!

 

ANGSTHASEN

Herr Tiroler, Frau Höhler, Herr Schwerter und Frau Adidas versteckten sich derweil im Kunstsaal von Herrn Kurzmeier. „Ach, uns hat das Schicksal am härtesten getroffen! Nicht wahr, Matthias?“ „Was du nicht sagst, Martina!“ „Leute, ich halte das nicht mehr aus! Wieso wurden genau wir aus 100 Lehrern gewählt? Ich möchte so schnell wie möglich aus dieser Parallelwelt verschwinden!“ Sie schritt langsam, aber entschlossen auf die Balkontür zu.  „Martina! Nein! Tu das nicht!“ „Christiane! Danke, dass du dich um mich sorgst, aber ich muss es tun!“ Ihre Hand öffnete die Tür.  „Bitte, Martina! Du weißt doch nicht einmal, ob du überhaupt wieder lebend heraus kommst? Wir brauchen dich! Der Chor braucht dich! Das Orchester braucht dich! Spiele nicht mit diesem Gedanken!“ „Florian, danke, aber das wird nichts an meinem Vorhaben ändern. Der Chor kann sich einen anderen Leiter suchen, jemand, der gut kopieren kann!“ „Wenn das der Grund ist, dann können wir dir helfen…“ Frau Adidas konnte ihren Satz nicht beenden, denn Frau Höhler hatte bereits die Tür zum Balkon geöffnet und stürzte sich herunter. Alle stürmten zum Geländer und sahen nur noch Funken in Musik- und Blumenzeichen. Der Körper wurde von einem Notenmeer weggetragen. Alle sahen sich gegenseitig an…

 

Medha