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Neujahr wann anders?

 

Hier in Europa sind wir es gewohnt uns am ersten Januar ein „frohes Neues” zu wünschen. 

Doch in China werden Neujahrsglückwünsche erst zu Beginn des neuen Mondjahres ausgesprochen. Dann heißt es auch nicht „frohes Neues”, sondern „Gōnghè xīnnián”

(恭贺新年: wörtl.: Gratulation zum neuen Jahr).

 

Dieses Jahr fällt das chinesische Neujahrsfest (auch bekannt als Frühlingsfest), und somit der Beginn des Tierkreiszeichen des Schweins, auf den fünften Februar. Eine gute Freundin fragte uns, ob wir nicht zu einer Neujahrsveranstaltung in München kommen und ihren Tanzauftritt sehen wollten. Natürlich sagten wir ihr zu.

Organisiert wurde das Ganze vom Chinesischen Kulturzentrum München e.V., ein Verein zur Förderung der chinesischen Kultur und für den kulturellen Austausch zwischen den in München lebenden chinesischen und deutschen Menschen sowie allen interessierten Mitbürger/innen anderer Nationen.

 

Am Veranstaltungsort angekommen kümmerten wir uns zuerst um die wichtigen Dinge, das heißt so viel wie: CHINESISCHES ESSEN !!!  Zu unseren Favoriten gehörten Jiaozi und Baozi (gefüllte Teigtaschen), Peking Ente, Frühlingsrollen und Krabbenchips. Satt und glücklich ging es für uns nun weiter mit dem größten Programmpunkt, den Aufführungen. 

Es begann mit einem traditionellen Löwentanz und ging mit den verschiedensten Darbietungen aus Musik, Kampfkunst und Tanz weiter.

 

So folgte auf eine gestellte Kung-Fu-Kampfroutine ein Instrumental Duo bestehend aus einer Pipa- (vgl. Laute) und einer Guzheng-Spielerin (vgl. Zither). Unsere Freundin beeindruckte uns als Teil der Tanzgruppe „Jasmin”, unter anderem mit ihrem spektakulären Pfauentanz.

 

Mit Mühen konnten wir uns eine Standing Ovation gerade noch so verkneifen.

So ging es uns auch, als eine Handvoll chinesisch-deutscher Kinder in Lederhosn und Dirndl ein Lied aus dem Musical „Sound of Music” als Schlussakt sangen.

 

Fast schon in wehmütiger Stimmung machten wir uns auf den Weg nach Hause. Für uns war das Fest vorbei. Für die Chinesen - und jeden, der das Mondneujahr feierte - ging es aber erst los, denn wenn sie den Bräuchen noch nicht nachgekommen waren, dann erwartete sie ein großes Familienessen, die Schmückung des Hauses mit roten Glücksbringern und das Verschenken der roten, mit Geld gefüllten Umschläge. Ursprünglich waren die roten Kuverts für die Kleinen gedacht: Eltern übergaben ihren Kindern zum Jahreswechsel das beliebte „ya sui qian” (Glücksgeld). Der Tradition nach sind Kinder besonders anfällig für böse Geister, daher erhalten sie Bestechungsgeld, mit dessen Hilfe sich die Geister hoffentlich beschwichtigen lassen.

 

Ganz vorbei sind die Ferilichkeiten aber auch für uns noch nicht: 15 Tage nach dem Frühlingsfest gibt es das chinesische Laternenfest zu feiern und wir werden auch daran teil nehmen. Dann wird es eine große Laternenausstellung geben, wo auf den Laternen jeweils ein Rätsel steht. Wer eines davon löst, erhält ein kleines Geschenk.

 

Wir freuen uns schon. :D

INFO

Die 12 chinesischen Tierkreiszeichen funktionieren ähnlich wie die uns bekannten Sternzeichen. Jedem der 12 Tiere werden spezielle Eigenschaften und Horoskope zugeschrieben. Ein wesentlicher Unterschied aber ist, dass man sich dabei nach dem chinesischen Kalender richtet, also gibt es pro Jahr ein Tier. Und dieses Jahr ist es eben das Schwein. Kindern, die in solch einem Jahr geboren wurden (z.B. ..., 1995, 2007, 2019), wird eine bemerkenswerte Lebensfreude nachgesagt.

 

~Ein Gastbeitrag des P-Seminars „Schule ohne Rassismus“