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Halbes Jahr USA

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, geht es hier um ein Auslandshalbjahr in den USA. Ich möchte euch Einblicke in meinen Auslandsaufenthalt geben und euch mit den schönen, sowie den schlechten Seiten vertraut machen.

Vorbereitung

Zuallererst ist so ein Austausch mit viel Organisation und Durchhaltevermögen verbunden. Angefangen hat alles damit, dass ich nach einer Organisation gesucht habe, die mich vermittelt. Alles auf eigene Faust zu machen, ist noch um einiges aufwendiger und riskanter. Es kann dann sehr schnell passieren, dass man ohne die richtigen Papiere im Flughafen steht und nicht mehr weiter weiß. Ich habe auf Empfehlung von Frau Sahner Munich Academic Program (MAP) aufgesucht. Dort kann man sich Vorträge zu den angebotenen Ländern anhören. Hat man sich einmal entschieden, fängt der Papierkram erst richtig an. Man bekommt Formulare und Informationen zugeschickt, wie zum Beispiel Arztgutachten, Schulerlaubnis, Zustimmungen der Eltern… Wenn man das alles ausgefüllt hat, gehen die Dokumente alle an die Partnerorganisation Greenheart, die jetzt eine Gastfamilie für dich sucht. Das kann unterschiedlich lange dauern. Während eine sie sofort bekommen hat, habe ich sie Anfang Oktober erhalten. Andere wiederum Mitte Dezember. MAP hat eine Gastfamiliengarantie, d.h. du fliegst nicht, ohne Adresse der Gastfamilie. Wenn auch das erledigt ist, geht es ans Kofferpacken, dabei fällt einem immer wieder etwas neues ein, was man vergessen hat, so dass die 23 kg schnell erreicht sind.

Flug

Am Flughafen musste ich als erstes mein Gepäck abgeben, dann durch die Sicherheitskontrolle, dort hieß es auch schon Abschied nehmen von der Familie. Ab diesem Zeitpunkt war ich auf mich alleine gestellt. Nach der Sicherheitskontrolle durchlief ich eine Passkontrolle. Jetzt durfte ich endlich zum Gate. Der Flug selbst war sehr lange und ganz O.k. Was soll man den sonst noch von Economy erwarten? Nichtsdestotrotz habe ich auch den 11 stündigen Flug heil überstanden und musste in Denver erneut durch eine Sicherheitskontrolle. Hier musste ich sowohl durch den Zoll, als auch durch die Immigration (Einwanderung). Letztendlich landete ich nach einem kräftezehrenden Aufenthalt in Denver (ich war sehr, sehr, müde) in einem bescheidenen Flugzeug, ohne Technik, ohne Entertainment. Aber ich muss sagen, dass in diesem kleinen Flieger die Stimmung 1000-mal besser war, als in so einem großen. Man nimmt die Umgebung deutlicher wahr und redet mit den Menschen um einem herum. Was ich euch allen mit auf den Weg geben kann, ist einfach mal mit eurem Sitznachbar ins Gespräch zu kommen. Es muss ja nicht gleich eine Freundschaft sein, es reicht auch eine Bekanntschaft. Ich persönlich habe durch diesen Flug 2 nette Sitznachbarinnen kennengelernt. Die eine hat mir durch den Zoll geholfen und die andere strahlte eine solche offene und freundliche Aura aus, dass man innerlich lächelte. Beide haben mir etwas mit auf die Reise gegeben, was man nicht mit Geld kaufen kann. Hilfsbereitschaft und ein Lächeln. Wenn das mal kein guter Auftakt für mein Auslandshalbjahr ist…

Am Flughafen wurde ich von meinen Gasteltern abgeholt und Zuhause haben mich dann meine Gastschwestern Lani und Grace (Austauschschülerin aus Südkorea) begrüßt. Ich habe mich irgendwie fehl am Platz gefühlt, weil sich alle untereinander zu kennen schienen und ich neu war. Ich konnte kaum reden, ohne gleich in Tränen auszubrechen. Ich hatte schreckliches Heimweh. Mit zusammengebissenen Zähnen habe ich mich in mein neues Bett gelegt und bin auf der Stelle eingeschlafen.

Tag 1

Heute bin ich vor meinem Wecker aufgewacht und konnte mich nicht vom Heimweh ablenken. Es war schlicht und ergreifend zu viel des Guten. Zum Glück war Grace nach einiger Zeit wach, um mich abzulenken. Sie hat mir das Haus gezeigt und mit mir gefrühstückt. Meine Lokale Koordinatorin, Diana kam um 13:00 Uhr um nach mir zu sehen. Lokale Koordinatoren sind Personen, die dafür sorgen, dass es einem gut geht. So wie die Tutoren an unserer Schule. Sie hat mit mir ein Orientations Program gemacht, wo unter anderem die Lebensweise der Amerikaner erläutert wurde. 

Walmart

Als ich das erste Mal diesen Laden betreten habe, entfuhr mir ein „wow“. Dieses Geschäft ist eine Mischung aus Lidl, Aldi, C&A, Bäckerei, Fleischerei… Es ist riesig und perfekt für einen Großeinkauf. Etwas, was in den USA üblich ist, sind Selbstbedienungskassen. Man spielt also selbst den Kassierer und zieht seine Waren über einen Scanner. Zum Schluss bezahlt man und kann den Laden verlassen.

Erste Schulwoche

Das Bildungssystem in den USA ist anders als in Deutschland. Es hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ich besuche hier die Lubbock Cooper High School in Texas. Das Erste, was man aber in beiden Schulen machen muss, ist sich anmelden. Anschließend wurden uns die Schulregeln erklärt. Unter anderem auch Kleidervorschriften, die nicht nur ich, sondern auch die anderen Amerikaner, die mit mir eingeschrieben wurden sehr amüsant und unnötig fanden. Zum Beispiel sind hier die bei uns beliebten Ripped Jeans nur dann erlaubt, wenn die Löcher zu genäht sind oder man eine Leggings unter der Jeans trägt. Danach durfte ich mir 8 Fächer aussuchen, die ich belegen möchte. Pflicht-Fächer waren Englisch, Mathematik und eine Naturwissenschaft. Die restlichen durfte man frei wählen. Es gab diverse Sportarten, Naturwissenschaften, Informatik aber auch Fächer, wie Theater, Fotographie, Kochen und Fashion Design. Je nach Stundenwahl bekommt jeder Schüler seinen eigenen Stundenplan. Jetzt heißt es Zimmernummern merken und von Klassenzimmer zu Klassenzimmer gehen. Hier hat nämlich jeder Lehrer sein eigenes Klassenzimmer und die Schüler haben zwischen den Stunden, die 90 Minuten lang sind, ganze 5 Minuten Zeit manchmal durch die halbe Schule zu hasten. Nichtsdestotrotz sind die Lehrer tolerant und verstehen es, wenn man zu spät kommt. Die Schultage hier sind abwechselnd rote und schwarze Tage. An schwarzen hat man die ersten vier gewählten Fächer und an roten die restlichen vier, so dass alle Fächer gerecht aufgeteilt sind. Nach Schulschluss fahren die meisten Schüler mit den typisch gelben Schulbussen nach Hause. Insgesamt ist die Schule hier toll!

~Medha